42 01 / 2026 135 Tonnen Gerüst. 4 Männer. 8 Wochen. „So ein Projekt setzt man wahrscheinlich nur einmal in seinem Leben um“ sagt Daniel Hensel, Gerüstbauermeister der Gebatec Gmbh über die Sanierung des Rostocker Neptun-Bads. Im Rostocker Hansaviertel steht das Hallenschwimmbad Neptun. 1955 in dreijähriger Bauzeit errichtet, beeindruckt das riesige Gebäude durch seinen sakralen Charakter, was sich durch eine bauliche Anlehnung an Kirchengebäude zeigt. Die Architektur vereint gekonnt den für Hansestädte typischen roten Backstein mit Elementen des sozialistischen Klassizismus. Eines haben die Bauherren vor 70 Jahren aber nicht beachtet: Das Hallenbad ist lausig gedämmt! Umfangreiche energetische Sanierungsarbeiten am Dach der „25-Meter-Schwimmhalle“ starteten im Sommer 2025. Zwei geleerte Schwimm- bzw. Sprungbecken, ein mächtiger Sprungturm und zwischen Beckenboden und Hallendecke gut 20 Meter Luft – dieses Bild bot sich Gerüstbauermeister Daniel Hensel von der Firma Gebatec GmbH bei seinem ersten Besuch im Neptun-Bad. Hier ein Raumgerüst zu errichten, dass am Ende eine 2.200 Quadratmeter große Arbeitsfläche unter der Decke trägt, war eine immense Herausforderung für seinen 15-Mann-Betrieb. Dennoch wollte Daniel Hensel dieses Projekt unbedingt durchführen: „Man muss ja alles mal gemacht haben. Und so ein Projekt setzt man wahrscheinlich nur einmal in seinem Leben um“, erklärt der Gerüstbauermeister aus Zurow bei Wismar. „Wir stellen in weiten Teilen von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein unsere Fassadengerüste, temporäre Überdachungen oder Aufzüge auf, das ist unser Gerüstbauer-Alltag. Aber wenn man seinen Beruf liebt, gehören solche Objekte, an denen man wachsen kann, ja auch dazu.“ Mit den Plänen der historischen Schwimmhalle als Grundlage wandte sich der Gerüstbauer an MJ-Gerüst aus Plettenberg. Dort entstanden die Zeichnungen und Pläne für die Umsetzung des Bauvorhabens. „Wir haben dabei sehr eng zusammengearbeitet und die Unterstützung durch die MJ-Techniker war wirklich hilfreich.“ Zu berücksichtigen war für die Gerüstbauer nämlich, dass der Grund rund um das in den Boden eingelassene Schwimmbecken nur bedingt belastbar ist. „Unter den Tribünen links und rechts des Beckens verlaufen die Versorgungsschächte und Kellerräume mit der Schwimmbadtechnik“, erklärt Daniel Hensel. „Wir mussten die Lasten gezielt bündeln und nur an den tragfähigen Punkten, also direkt über den Kellerwänden, einleiten. Dafür haben wir stellenweise Hängegerüste gebaut und die Feldlängen angepasst, um das zu realisieren.“ Innerhalb des 25-Meter-Beckens konnten die Gerüstbauer mit entsprechender Lastverteilung hingegen regulär gründen. 28.000 Kubikmeter Raumgerüst mussten errichtet werden, um die Sanierungsarbeiten zu ermöglichen. „Wir hatten schon einige große Projekte, dieses hier war aber eine neue Größenordnung, mit der unser Betrieb auch gewachsen ist. Das kann man ganz klar so sagen“, so Daniel Hensel. „Allein der Materialtransport vom Lkw in die Halle, der erfolgte ohne maschinelle Unterstützung, da es die Wege nicht zuließen.“ Über 135 Tonnen fabrikneues Gerüstmaterial standen unterm Strich auf der MJ-Packliste, und das musste über Treppen und durch das Gebäude bis an HERSTELLER INFO www.spezialgeruestbau.gmbh Anzeige
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