GB_03.2026

38 03 / 2026 Sicherheit steht an erster Stelle Auch ein Abriss bedarf einer genauen Planung Der Rückbau von Hochhäusern stellt meist besondere Anforderungen an die Standsicherheit und Flexibilität der Einrüstung – insbesondere dann, wenn die zulässigen Standhöhen der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung überschritten werden. So auch beim Abriss eines Gebäudes auf dem Bildungs-Campus in Halle. Um den spezifischen Anforderungen und der Gebäudehöhe von 44,0 m gerecht zu werden, setzten die Verantwortlichen auf eine technisch fundierte Gerüstbaulösung und realisierten ein Arbeitsgerüst der Breitenklasse W06. Zum Einsatz kamen rund 8.500 m² des bewährten ALFIX 70 Fassadengerüstes in Kombination aus ALFIX Stellrahmen aus Stahl sowie ALFIX Stahlböden. Ergänzt wurde die Konstruktion durch Staubschutznetze, um den Anforderungen an Arbeitssicherheit und Emissionsschutz während der Rückbauarbeiten optimal gerecht zu werden. Da die Regelausführungen der Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (hier Z-8.1-862) Gerüstsysteme üblicherweise lediglich bis zu einer Standhöhe von 24,0 m betrachten, wurde für das 44,0 m hohe Bauvorhaben die technische Abteilung der ALFIX GmbH hinzugezogen. Gemeinsam mit den Gerüstbauspezialisten der Firma Gerüstbauunion GmbH aus Peißen wurde so eine der Baustelle und dem Vorhaben angepasste Gerüstkonstruktion geplant, welche sowohl die statischen Anforderungen erfüllte, aber auch die Abrissarbeiten performant ermöglichte. Hierbei galt es primär die zulässigen Stiellasten bei den gewünschten Feldweiten zu untersuchen und daraus nötige, stabilisierende Maßnahmen abzuleiten. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Planung lag dabei auf der Ausarbeitung eines objektspezifischen Verankerungskonzeptes. Auf Grund der exponierten Gebäudehöhe und der damit einhergehenden Windlasten wurde das Ankerraster aus statisch notwendiger Sicht angepasst und die Anzahl der Verankerungen erhöht. Insbesondere im unteren Drittel der Gerüstkonstruktion waren infolge der großen Standhöhe zusätzlich hohe Lasten aus dem Eigengewicht des Gerüstes abzutragen. Entsprechend wurde das Ankerraster in diesem Bereich engmaschiger festgelegt und ausgeführt und das System durch zusätzliche Diagonalversteifungen weiter ertüchtigt. Zur wirtschaftlichen und effizienten Umsetzung des Bauablaufs wurde das Gerüst so konzipiert, dass die jeweils oberen 4,0 m während des Abrissfortschritts temporär freistehend ausgeführt werden konnten. Dies erforderte eine präzise logistische Abstimmung mit dem Abrissunternehmen, um das Gerüst permanent und zeitnah dem Baufortschritt folgend zurückzubauen. HERSTELLER INFO Einrüstung mit dem bewährten ALFIX 70 Fassadengerüst zur Ausführung von Abrissarbeiten Foto: Stadt Halle (Saale) / Thomas Ziegler

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