a.g.bau_01.2026

Motivation als Schlüssel für wirksamen Arbeitsschutz Um sicheres Verhalten im Unternehmen zu verankern, braucht es mehr als Regeln und Unterweisungen: Motivation, Beteiligung und Anerkennung von Beschäftigten spielen eine zentrale Rolle. Häufig sind es Routinen, Zeitdruck oder unterschätzte Risiken, die zu gefährlichen Situationen oder Unfällen am Arbeitsplatz führen. Gerade deshalb ist Prävention entscheidend. "Ein moderner Arbeitsschutz setzt darauf, Beschäftigte aktiv einzubinden und ihr sicherheitsgerechtes Verhalten wertzuschätzen", sagt Frank Göller, Präventionsleiter der BG ETEM. Vision einer unfallfreien Welt Wenn Beschäftigte aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer beruflich bedingten Erkrankung ausfallen, verursacht das für Unternehmen hohe Kosten: Sie müssen zum Beispiel Produktionsausfälle hinnehmen und fehlendes Personal kompensieren. Zusätzlich entstehen langfristige wirtschaftliche Nachteile durch höhere Fehlzeiten, sinkende Produktivität, Know-how-Verlust und mögliche Image- sowie Haftungsschäden. Viele Unternehmen orientieren sich im Arbeitsschutz an der sogenannten Vision Zero. Sie ist die Leitidee einer Arbeitswelt ohne tödliche oder schwere Unfälle und Berufskrankheiten. Dahinter steht ein klarer Anspruch: Kein Unfall ist hinnehmbar, jeder Schaden ist vermeidbar. Um dieses Ziel zu erreichen, ist Prävention von Unternehmensseite wichtig – und die Einsicht jedes Einzelnen, dass sicheres und gesundes Verhalten sich auszahlt. Wenn Mitarbeitende etwa unsichere Situationen frühzeitig erkennen und melden, lässt sich dadurch Schlimmeres verhindern. Ein entscheidender Hebel ist dabei die Motivation: Wer Gefährdungen meldet, Kollegen anspricht oder sich besonders für Sicherheit und Gesundheit einsetzt, trägt aktiv dazu bei, Unfälle zu verhindern. Unternehmen können solches Engagement mit Anreizsystemen fördern. Einfach, sichtbar, wirksam Erfolgreiche Anreizsysteme im Arbeitsschutz zeichnen sich durch Klarheit und Einfachheit aus. Statt komplizierter Regelwerke braucht es verständliche Kriterien, Vertrauen in die Entscheidung der Führungskräfte und eine unmittelbare Rückmeldung. Besonders wirksam sind Anreize, die sichtbar und greifbar sind – sie regen zum Gespräch an und halten das Thema Sicherheit präsent, auch über den Arbeitsplatz hinaus. Zugleich stärken solche Ansätze die Präventionskultur insgesamt: Beschäftigte melden häufiger Beinaheunfälle und Verbesserungspotenziale, Führungskräfte übernehmen aktiv Verantwortung, und Unternehmen gewinnen wertvolle Hinweise, um Arbeitsbedingungen gezielt sicherer zu gestalten. So wird aus Arbeitsschutz kein reines Pflichtthema, sondern ein gemeinsames Anliegen. Podcast anhören und mehr Informationen Um ein Praxisbeispiel für ein Arbeitsschutz20 Unternehmensführung

RkJQdWJsaXNoZXIy MjY5NTE=