GB_02.2026

34 02 / 2026 Kombination mit vielfältigen Anschlussmöglichkeiten und systematisch kombinierbaren Feldweiten von 0,36 bis 3,07 m lassen sich selbst komplexe räumliche Strukturen wirtschaftlich umsetzen, ein entscheidender Vorteil bei Projekten mit anspruchsvoller Geometrie wie dem Dresdner Hauptbahnhof. Trichtergerüste in der Bahnhofshalle Eine der technisch aufwendigsten Aufgaben bestand im Einrüsten der sogenannten Trichterbereiche innerhalb der Bahnhofshalle. An den Stützkonstruktionen der Hallenbögen befindet sich in der Dachmembran jeweils ein trichterförmiger Entwässerungspunkt. Um diese Bereiche sanieren zu können, mussten sämtliche Säulen mit speziell konzipierten Trichtergerüsten eingerüstet werden (Abb. 2 und 3). Dabei galt es, mehrere Randbedingungen zuverlässig zu berücksichtigen. So mussten die Gleise selbst als Aufstandsfläche in die Planung integriert und zugleich die vorgegebenen Sperrzeiten konsequent eingehalten werden. Gleichzeitig erforderten die stark begrenzten Aufstandsflächen ein präzise abgestimmtes und wirtschaftliches Einrüstkonzept. Ergänzend stellte die komplexe Stahlfachwerkstruktur der Hallenkonstruktion hohe Anforderungen an Planung und Ausführung, die durch eine passgenaue technische Lösung erfolgreich gemeistert wurden. Final wurde die erforderliche Gerüstkubatur durch spezielle Auskragungen unter Einsatz von MODUL Konsolen und MODUL Gitterträgern realisiert. Für jedes einzelne Trichtergerüst erfolgte im Vorfeld eine detaillierte 3D-Planung, um Materialbedarf, Durchdringungen sowie potenzielle Kollisionen frühzeitig zu identifizieren. Die Ausführung der Trichtergerüste in Lastklasse 3 mit einer zulässigen Flächenlast von 200 kg/m² gewährleistete dabei die erforderliche Tragfähigkeit und Sicherheit. Aufgrund der Arbeiten bei laufendem Bahnverkehr wurden sämtliche Konstruktionen vollflächig mit Schutznetzen ausgekleidet, um ein Höchstmaß an Sicherheit für Betrieb und Personal sicherzustellen. Fußgängertunnel zum Schutz der Passanten Auch außerhalb der Halle waren umfassende Sicherungsmaßnahmen erforderlich. Im Zuge geplanter Kranarbeiten bestand insbesondere im Bereich der südlichen Bahnhofsseite ein erhöhtes Risiko durch herabfallende Lasten. Zum wirksamen Schutz der Passanten wurde daher ein ca. 100,0 m langer Fußgängertunnel errichtet (Abb. 4). Die Ausführung basierte ebenfalls auf dem weiterentwickelten ALFIX MODUL MULTI 4.0 und wurde mit einer Durchgangshöhe von 2,30 m sowie einer komfortablen Breite von 2,50 m geplant und errichtet. Der Tunnel verlief parallel zum Bahnhofsgebäude und stellte jederzeit sichere Zugänge zur Bahnhofshalle sowie zu den angrenzenden Geschäften sicher. Auf diese Weise konnte der Publikumsverkehr auch während der Bauphase zuverlässig geführt und auf hohem Sicherheitsniveau geschützt werden. Giebelgerüste als Hängekonstruktionen Ein weiterer vielschichtig geplanter Bauabschnitt betraf die Giebelbereiche an den Seitenhallen (Abb. 5 und 6), besonders den Giebel der großen Mittelhalle. Hier wurden Gerüste als Hängegerüste konzipiert (Abb. 7), die teilweise final an Stahlseilen beziehungsweise bereits in der Vormontage mittels Zurrgurten sicher an der Tragkonstruktion befestigt wurden. Um die definierten Hängepunkte mit den zugelassenen Lasten nicht zu überschreiten, mussten die Zugkräfte der Stahlseile mit speziellen Messmitteln gemessen und entsprechend eingestellt werden, um eine kontinuierliche Lastverteilung an der Stahlkonstruktion zu erhalten. Diese Gerüste dienten vor allem als Absturzsicherung für die Dacharbeiter. Die oberste Lage war begehbar und wurde ebenfalls in Lastklasse 3 (200 kg/m²) ausgeführt. Da alle Kon- struktionen, insbesondere wegen des starken Publikumsverkehrs, vollständig mit Netzen geschlossen werden mussten, ergaben sich zusätzliche horizontale Lasten. Diese wurden gezielt am Fuß- und Kopfpunkt gebündelt und über senkrechte systemfreie Gitterträger kontrolliert in die Tragkonstruktion eingeleitet. HERSTELLER INFO Abb. 4: ca. 100,0 m langer Fußgängertunnel an Südseite des Dresdner Hauptbahnhofs Abb. 5: Giebelgerüste aus ALFIX MODUL MULTI 4.0 mit systemfreien Gitterträgern... Abb. 6: ... an den Seitenhallen des Hauptbahnhofs Dresden, ausgebildet in der Lastklasse 3

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