16 04 / 2026 Wenn Stückwerk zum Kompliment wird Gemeinhardt Service baut bei einem Brückenneubau vor und um Zentimeterweise schiebt sich die neue Stolzenaubrücke über die Weser. 130 Meter lang, 25 Meter hoch, 20 Meter breit und rund 1.600 Tonnen schwer. Ein niederländisches Unternehmen, Spezialist für derartig extreme Aufgaben, stützt die Brücke von unten mit Schiffen und Pontons sowie mit einem schwimmenden Kran und zieht das Bauwerk mit Stahlseilen vorsichtig von einem Ufer zum anderen. „Ein kompliziertes Bauwerk“, urteilt Karsten Mohr, Projektleiter von der Stahl- und Anlagenbau Magdeburg GmbH (SAM). Denn die Brücke wurde zunächst auf der einen Weserseite mit allein 60 großen Teilen montiert. Die je Seite fünf Haupt- und Versteifungsträger sowie zehn Bogenteile waren bis zu 28 Meter lang und 60 Tonnen schwer. Dazu kamen weitere 40 Querträger mit einer Länge von 15 Metern. Stück für Stück wurde die Stolzenaubrücke montiert und kaum war ein Brückenabschnitt fertig, wurde der Korrosionsschutz aufgetragen. Dazwischen der Sondergerüstbauer Gemeinhardt Service, der einerseits das Gerüst für die Montage nach und nach vorbauen musste und andererseits fortlaufend für den Korrosionsschutz wieder umbaute, weil die beiden Gewerke unterschiedliche Arbeitsbedingungen benötigen. „Wir haben 13 Sattelzüge gebraucht, um die rund 200 Tonnen Material zur Baustelle zu bringen“, erzählt Ingolf Stuber, Geschäftsführer von Gemeinhardt Service. Über die acht Monate Bauzeit waren die Sachsen sehr oft mit mindestens vier Mann vor Ort, teilweise mit bis zu acht. „Wir haben den Auftrag an Gemeinhardt Service vergeben, weil wir einen verlässlichen Partner für dieses herausfordernde Projekt benötigten“, sagt der Diplom-Ingenieur Mohr. Überzeugt haben die 3D-Konstruktion, die CAD-Planung sowie die Einsatzbereitschaft des Sondergerüstbauers aus Roßwein. „Durch die Gespräche während der Vorplanung bekommt man ein Gefühl, für die Flexibilität und Kompetenz des Partners und ob man überhaupt gut zusammenarbeiten kann“, so der Magdeburger. Dass es auf einer derartigen Baustelle dann doch nicht so läuft wie ursprünglich geplant, war zu ahnen. Durch ungünstige Wetterlagen benötigte der Korrosionsschutz für seine Arbeit eine zusätzliche Einhausung, die das Projekt zeitlich in die Bredouille brachte. “Wir mussten allein 3.500 Quadratmeter Planen zur Baustelle bringen und verbauen, so dass wir rund sechs Wochen länger als geplant vor Ort waren“, sagt Dirk Eckart, ebenfalls Gemeinhardt-Geschäftsführer. Eine schwierige Situation für den mittelständischen Sondergerüstbauer mit seinen 40 Mitarbeitern, der in den vergangenen Jahren mehrfach für seinen detailPRAXIS Ingolf Stuber und Dirk Eckart – beide Geschäftsführer des Sondergerüstbauers Gemeinhardt Service aus Roßwein Die Stolzenaubrücke wurde mit Stahlseilen durch einen schwimmenden Kran vorsichtig von einem Ufer der Weser zum anderen gezogen.
RkJQdWJsaXNoZXIy MjY5NTE=