a.g.bau_02.2026

Psychische Anforderungen bei der Arbeit gut gestalten Störungen im Arbeitsablauf, hohe Arbeitsintensität oder ein schlechtes zwischenmenschliches Klima wirken sich negativ auf das Wohlbefinden von Beschäftigten aus und können auch die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit beeinträchtigen. Anlässlich des Tags der Arbeitssicherheit am 28. April betonten Unfallkassen und Berufsgenossenschaften sowie ihr Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), welche Bedeutung gesundheitsgerecht gestaltete Arbeitsbedingungen haben. Wie verbreitet psychische Belastungen sind, zeigt eine repräsentative Befragung der DGUV unter mehr als 2.000 Erwerbstätigen. Am häufigsten berichteten diese von Belastungen durch die Arbeitsorganisation: Häufige Unterbrechungen, hohe Arbeitsintensität oder unklare Zuständigkeiten nannte die Hälfte der Befragten. 35 % empfanden die Arbeitsinhalte und -aufgaben als belastend, 29 % soziale Beziehungen am Arbeitsplatz. "Die Ergebnisse zeigen, dass psychische Belastungen den Arbeitsalltag vieler Beschäftigter wesentlich mitbestimmen – entscheidend ist ihre gesundheitsgerechte Gestaltung", sagt Dr. Annekatrin Wetzstein, Arbeitspsychologin an der DGUV Akademie. "Für den Arbeitsschutz bedeutet das, auch arbeitsorganisatorische und soziale Faktoren systematisch in den Blick zu nehmen." Belastungen begünstigen Unfälle Die genannten Arbeitsbedingungen stehen auch im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen, ergab die Befragung der DGUV. Auf die Frage, welche Faktoren aus ihrer Sicht Arbeitsunfälle begünstigen können, nannten 45 % der Erwerbstätigen eine hohe Arbeitsbelastung und Zeitdruck. "Unter Zeitdruck und bei hoher Arbeitsintensität können Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt sein; Risiken werden eher übersehen", so Wetzstein. "Zudem kann es dazu kommen, dass Schutzmaßnahmen nicht konsequent eingehalten werden." Arbeitsbelastung und Stress beeinflussen auch, ob Beschäftigte sich vorstellen können, ihre Tätigkeit bis zum Renteneintrittsalter sicher und gesund auszuüben. In der Befragung wurden sie häufig als Gründe genannt, die einer sicheren und gesunden Erwerbstätigkeit bis zum Rentenalter im Weg stehen. Die Erwerbstätigen, die sich vorstellen können, ihre aktuelle Tätigkeit bis zum Renteneintrittsalter auszuüben, wurden offen nach den Gründen gefragt. Rund ein Viertel verwies auf eine geringe körperliche Belastung, etwa bei Bürotätigkeiten. 15 % gaben an, dass ihnen ihre Arbeit Freude bereitet und sie diese deshalb langfristig ausüben möchten. Weitere 10 % nannten gute Arbeitsbedingungen oder ein positives Arbeitsklima als ausschlaggebend. "Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen tragen dazu bei, die Arbeitsfähigkeit bis zur Rente zu erhalten", sagt Dr. Annekatrin Wetzstein. "Dazu ist wesentlich, sowohl körperliche als auch psychische Belastungen in den Blick zu nehmen – etwa im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung." 22 Meldungen

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