a.g.bau_02.2026

9 Arbeitssicherheit Neue Wege für den Arbeitsschutz? Wie kann Arbeitsschutz Beschäftigte stärken und Unternehmen entlasten? Täglich fallen in Deutschland rund 1,6 Millionen Beschäftigte krankheitsbedingt aus – angesichts des Fachkräftemangels eine große Herausforderung für Unternehmen. Besonders psychische Belastungen nehmen zu: Informationsüberflutung, ständige Erreichbarkeit und digitale Überforderung prägen den Arbeitsalltag. Gleichzeitig investieren viele Unternehmen in zahlreiche Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Wie gelingt zeitgemäßer Arbeits- und präventiver Gesundheitsschutz, der Unternehmen entlastet und Beschäftigte stärkt? Welche technologischen Lösungen helfen, Gesundheitsrisiken zu reduzieren? Welche Auswirkungen haben Digitalisierung, Arbeitszeiten und späterer Renteneintritt auf psychische und physische Gesundheit und die Gestaltung zukunftsfähiger Arbeitsplätze? Und wer trägt letztlich die Verantwortung für die Gesundheit am Arbeitsplatz? Darüber haben im Juli 2025 bei der "PEAG Personaldebatte zum Frühstück" diskutiert: Isabel Rothe, Präsidentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), und Alexander Gunkel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). „Gesunde Beschäftigte, starke Unternehmen: Neue Wege für den Arbeitsschutz?“, so der Titel der gemeinsamen Veranstaltung von PEAG und Arbeitgeberverband Gesamtmetall. "Wenn wir über einen zeitgemäßen Arbeitsschutz reden, dann geht es um die Chancen und Risiken der Digitalisierung und KI, um die zunehmende Bedeutung von Dienstleistungs- und Interaktionsarbeit sowie um neue Arbeitsformen wie Homeoffice und mobile Arbeit", eröffnete Isabel Rothe die Debatte. Viele Beschäftigte empfänden die hohe Arbeitsintensität in einer zunehmend komplexen Arbeitswelt seit einigen Jahren als Belastung. "Auch deshalb spielt der Betrieb als sozialer Ort eine wichtige Rolle, dort sollten Gesundheitsschutz, Prävention und gute Kommunikation Hand in Hand gehen“, forderte Isabel Rothe. Zeitgemäße Regelwerke für den Arbeitsschutz, die auch die Bedarfe der kleinen und mittleren Unternehmen berücksichtigen, seien nach wie vor wichtig. "Genauso sollten wir auf die aktive Mitwirkung aller Beteiligten setzen“, betonte sie: "So sollte etwa gute Arbeitsgestaltung bei technisch-organisatorischen Veränderungsprozessen von Beginn an mitgedacht werden. Im Unternehmensalltag sollten Präventionsmaßnahmen sichtbar gemacht werden, etwa indem sie regelmäßiger Tagesordnungspunkt bei Besprechungen oder Gegenstand von Fortbildungen sind.“ Für Beschäftigte müsse gerade in Zeiten der Transformation der Betrieb ein Ort sein, der den Menschen auch in unsicheren Phasen Orientierung, Zusammenhalt und Perspektiven ermöglicht. "Die Unternehmen sind sehr daran interessiert, dass ihre Beschäftigten möglichst bis ins Rentenalter gesundheitlich fit, leistungsfähig und einsatzbereit sind", reagierte Alexander Gunkel. Sie investierten daher viel in Sicherheit und Gesundheit ihrer Beschäftigten und berücksichtigten bei der Gefährdungsbeurteilung auch psychische

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