In Kooperation mit: 02 | 2026 Arbeitssicherheit I Gesundheit I Koordination
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Beate Bernheine 3 Editorial I Inhalt Impressum: Verlag fachverlag bernheine UG (haftungsbeschränkt) Postfach 210625 I 41432 Neuss Tel. +49 2137 932248 I Fax +49 2137 932247 www.bernheine-medien.de info@bernheine-medien.de Verlags- und Anzeigenleitung Beate Bernheine Erscheinungsweise viermal jährlich Layout Maritta Gorgs Titelfoto / -grafik ArtPhoto_studio on Magnific, www.magnific.com Copyright fachverlag bernheine UG; Alle Rechte vorbehalten. Die Redakteure der einzelnen Artikel sind für ihre Inhalte selbst verantwortlich. Kürzungen vorbehalten. 4 Arbeitssicherheit Einen SiGeKo beauftragen 7 Arbeitssicherheit Die Generation Z und Arbeitssicherheit 9 Arbeitssicherheit Neue Wege für den Arbeitsschutz? 11 Veranstaltungen Kongress ZUKUNFT HANDWERK 13 Veranstaltungen Essener Brandschutztage 14 Empfehlungen 16 Unternehmensführung Stimme als Werkzeug 20 Meldungen 31 Rechtstipps 34 Termine 36 Produktinformationen 46 Verband der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinatoren: Verbandsnachrichten (VSGK) 48 Bundesverband Deutscher Baukoordinatoren: Verbandsnachrichten (BDK) Nächste Ausgabe: 09.09.2026 Postfach 210625 Tel. +49 2137 932248 Sehr geehrte Leserinnen und Leser, wenn man über Entwicklungen in der Arbeitssicherheit spricht, führt kein Weg mehr an Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz vorbei. In dieser Ausgabe haben wir einiges zu diesem Thema aufgeführt. Mit KI können Arbeitsprozesse effizienter gestaltet werden, gleichzeitig bringt sie aber auch mehr Belastung mit sich. Hierzu finden Sie einige Informationen und Veranstaltungstipps sowie zu vielen weiteren Arbeitsschutz-Themen. Arbeiten Sie sicher und bleiben Sie gesund! Ihr Team von a.g.bau
4 Arbeitssicherheit Einen SiGeKo beauftragen Wie wird ein SiGeKo beauftragt und was ist dabei zu beachten? Die Sicherheit auf Baustellen ist kein Zufall, sondern das Ergebnis sorgfältiger Planung und Or- ganisation. Ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo) spielt in diesem Prozess eine zentrale Rolle. Wenn Sie einen SiGeKo beauftragen, stellen Sie sicher, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden und die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden geschützt ist. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie einen SiGeKo beauftragen und wie sich dieser Prozess durch das Portal SIGEKO IN DER REGION effektiv beschleunigen lässt. Warum einen SiGeKo beauftragen? Gemäß § 4 der Baustellenverordnung ist der Bauherr dafür verantwortlich, die Einhaltung aller Arbeitsschutzvorschriften sicherzustellen und somit die Sicherheit auf der Baustelle nachhaltig zu gewährleisten. Wenn er einen SiGeKo beauftragt, der diese Aufgabe für ihn übernimmt, sichert er somit nicht nur die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben, sondern fördert auch aktiv die Arbeitssicherheit auf seiner Baustelle. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, ist eine rechtzeitige Beauftragung unerlässlich. Der Bauherr kann die Aufgaben eines SiGeKos auch selbst übernehmen, sofern er über die entsprechenden Qualifikationen verfügt. Dies ist jedoch selten der Fall, da die Anforderungen an den Arbeitsschutz sehr hoch sind. SiGeKo beauftragen: Gesetzliche Grundlagen und Pflichten Ein Bauherr ist verpflichtet, einen Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator zu engagieren, wenn mehrere Gewerke gleichzeitig oder nacheinander auf seiner Baustelle tätig sind (§ 3 Baustellenverordnung). Aufgaben des SiGeKo nach der Beauftragung Der SiGeKo koordiniert die Zusammenarbeit der einzelnen Gewerke, nimmt an Baubesprechungen teil, dokumentiert die umgesetzten Maßnahmen und sorgt dafür, dass alle Beschäftigten über potenzielle Gefahren und Sicherheitsvorkehrungen informiert sind. Darüber hinaus wird durch die transparente Kommunikation zwischen den Gewerken sichergestellt, dass keine wichtigen Informationen verloren gehen, die für die Sicherheit auf der Baustelle entscheidend sind. Seine Verantwortlichkeiten umfassen: • Vorankündigung Zu seinen Aufgaben gehört die Erstellung der Vorankündigung gemäß § 2 Abs. 1 der Baustellenverordnung, die eine grundlegende Information über die geplante Baustelle an die zuständigen Behörden übermittelt. • SiGe-Plan Zudem führt er eine gründliche Gefährdungsbeurteilung durch, um potenzielle Risiken zu identifizieren. Auf dieser Grundlage entwickelt er einen maßgeschneiderten Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGe-Plan), der spezifische Maßnahmen zur Gefahrenvermeidung und -minimierung übersichtlich für alle beteiligten am Bau aufzeigt.
• SiGe-Begehung Während der Ausführungsphase überwacht er die Einhaltung der festgelegten Sicherheitsmaßnahmen und überprüft die aktuellen Bedingungen auf der Baustelle. Bei bestehenden Mängeln greift er direkt in das Geschehen ein und sorgt dafür, dass alle Beteiligten über notwendige Arbeitsschutzvorschriften informiert sind. Dieser Prozess wird umgangssprachlich SiGeBegehung genannt. Das Ergebnis der SiGeBegehung wird stets protokolliert und an den Bauherren ausgehändigt. • Beratung Darüber hinaus berät der SiGeKo nicht nur den Bauherrn, sondern alle weiteren Beteiligten am Bau, hinsichtlich der relevanten Arbeitsschutzvorschriften und sorgt dafür, dass entsprechende Unterweisungen stattfinden. Der SiGeKo agiert als neutraler Ansprechpartner und trägt dazu bei, dass die Gesundheit der Beschäftigten auf Ihrer Baustelle jederzeit geschützt ist. Kosten und Vergütung eines SiGeKo Die Kosten für einen SiGeKo variieren je nach Umfang und Komplexität des Bauprojekts. Ein zentraler Aspekt ist der tatsächliche Arbeitsaufwand, der über die bloßen Nettobaukosten hinausgeht. Für kleine Vorhaben können die Vergütungen zwischen 1.500 und 2.000 Euro liegen, während größere Projekte, wie eine große Wohnanlage, deutlich mehr kosten können. Bei der Auswahl eines SiGeKos sollten aber nicht nur die Kosten im Fokus stehen, sondern auch dessen Qualifikation und Erfahrung berücksichtigt werden. Ein kompetenter SiGeKo gewährleistet nicht nur die Sicherheit auf der Baustelle, sondern schützt auch das Leben aller Beteiligten. Daher ist es ratsam, verschiedene Angebote einzuholen und individuelle Anforderungen klar zu kommunizieren. Wer darf SiGeKo machen? Die Anforderungen an einen SiGeKo sind über die Baustellenverordnung (BaustellV) in den Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen 5 Arbeitssicherheit SiGeKo beauftragen: Der Prozess im Detail Um einen SiGeKo zu beauftragen, sollten Sie folgende Schritte befolgen: • Firmen in der Region finden: Suchen Sie nach SiGeKos in Ihrer Umgebung. • Angebotsanfragen: Stellen Sie Kontakt zu mehreren Firmen her und fragen Sie schriftlich nach Angeboten. • Anlagen beifügen: Fügen Sie jeder Angebotsanfrage relevante Dokumente wie Bauzeitenplan, Baugenehmigung, Pläne, Leistungsverzeichnis (LV) etc. bei. • Angebote vergleichen: Warten Sie auf die Angebote der einzelnen Akteure, verglei- chen Sie diese und wählen Sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis aus. • SiGeKo beauftragen: Nachdem Sie die passende Firma ermittelt haben, erteilen Sie schriftlich den Auftrag. Dieser Prozess lässt sich durch SIGEKO IN DER REGION deutlich beschleunigen: Mit nur vier Klicks kann eine Angebotsanfrage auf dem Vermittlungsportal erstellt und anschließend automatisch und kostenlos an zertifizierte Partnerfirmen in der jeweiligen Region vermittelt werden.
(RAB) konkretisiert. Die RAB 30 beschreibt die Anforderungen gegliedert in baufachliche, arbeitsschutzfachliche und spezielle Koordinatorenkenntnisse sowie die Berufserfahrung. Zur Ausübung der Tätigkeit als SiGeKo gehört entsprechende Berufserfahrung auf Baustellen und eine Ausbildung im baufachlichen Bereich, wie Meister, Techniker, Architekt, Ingenieur oder Bauleiter. In der Ausbildung zum SiGeKo werden nach RAB 30 Anlage B Kenntnisse im Arbeitsschutz vermittelt und nach RAB 30 Anlage C Spezielle Koordinatorenkenntnisse. Der Bauherr ist verantwortlich für die Auswahl eines geeigneten SiGeKo und sollte sicherstellen, dass die Person die erforderlichen Qualifikationen und Erfahrungen mitbringt, um die Sicherheit und Gesundheit aller Beschäftigten auf der Baustelle zu gewährleisten. Fazit: SiGeKo beauftragen – Sicherheit auf der Baustelle gewährleisten! Wenn ein SiGeKo beauftragt wird, ist es wichtig, auf eine kompetente Fachfirma zu setzen. Der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator übernimmt vielfältige Aufgaben, die von der Gefährdungsbeurteilung bis zur Planung und Überwachung von Sicherheitsmaßnahmen reichen. Der Bauherr ist dafür verantwortlich, dass die gesetzlichen Vorgaben gemäß der Baustellenverordnung (BaustellV) eingehalten werden. Dazu gehört auch, dass der SiGeKo regelmäßig die Baustelle besucht, um sicherzustellen, dass alle Sicherheitsstandards umgesetzt werden. Eine präzise Dokumentation aller Maßnahmen und ein offener Kontakt zwischen Bauherrn, dem SiGeKo und den beteiligten Unternehmen ist dabei unverzichtbar, um die Sicherheit auf der Baustelle zu gewährleisten. Durch die frühzeitige Beauftragung eines SiGeKos können nicht nur Unfälle verhindert werden, sondern auch potenzielle Haftungsrisiken minimiert und somit zu einem sicheren Arbeitsumfeld für alle Beteiligten beigetragen werden. Es ist sinnvoll, mehrere Angebote verschiedener Fachfirmen zu vergleichen, um das bestmögliche Preis-Leistungs-Verhältnis zu ermitteln. Autorin: Nadja Tesch, Geprüfte Wirtschaftsfachwirtin (IHK), SIGEKO IN DER REGION → Weitere Informationen SIGEKO IN DER REGION info@sigeko-in-der-region.de www.sigeko-in-der-region.de 6 Arbeitssicherheit → SIGEKO IN DER REGION: Nimmt Ihnen die Suche ab! Mit nur vier Klicks geben Sie Ihre Angebotsanfrage bei SIGEKO IN DER REGION ab. Dort wird Ihre Anfrage anschließend an geeignete Partnerfirmen in Ihrer Umgebung vermittelt. Ihre Vorteile: Kostenlos. Schneller Angebotsvergleich. Einfacher Kontakt zu Fachfirmen in Ihrer Region. Anzeige Auch als Online-Abo! www.bernheine-medien.de/agbaufachmagazin-fuer-arbeitssicherheit
Was junge Beschäftigte wirklich erwarten Die Generation Z und Arbeitssicherheit Rund 8,3 Millionen Beschäftigte unter 30 Jahren sind heute in Deutschland erwerbstätig und sie stellen den Arbeitsschutz vor neue Aufgaben. So wie jede Generation, hat auch die Generation Z (Gen Z) eine eigene Meinung zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Das ist eine ernstzunehmende Herausforderung im Arbeitsschutz, denn gerade diese Generation stellt viele der alten Regeln in Frage. Wenn Unternehmen nicht rechtzeitig handeln, kann es zu Lücken im Arbeitsschutz kommen. Psychische Gesundheit als das wichtigste Thema einer Generation Über psychische Gesundheit haben die früheren Generationen geschwiegen, nicht so die Gen Z. Sie sprechen diese Themen offen an. Laut Befragungen des DAK-Gesundheitsreports 2025 leiden ca. 18 % der unter 25-Jährigen und 17 % der unter 30-Jährigen unter psychischen Belastungen. Damit gehören psychische Erkrankungen mit zu den häufigsten Ursachen für Fehlzeiten. Durch die unterschiedlichen Meinungen und Einstellungen der Generationen kommt es häufig zu Konflikten am Arbeitsplatz, wodurch sich viele jüngere Mitarbeitende belastet fühlen. Für Arbeitgebende bedeutet das vor allem mehr Fokus auch auf psychische Belastungen durch unter anderem die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (seit 2013 gesetzlich verpflichtend nach § 5 ArbSchG). Diese muss in Betrieben mit jungen Belegschaften besonders konsequent umgesetzt werden. Wer psychische Risiken nicht systematisch erfasst und adressiert, verletzt seine Schutzpflicht. Gesundheitsschutz ist festes Jobkriterium Betrieblicher Gesundheitsschutz ist für die junge Generation kein Benefit, sondern ein „Must-have“. Und das auch über die gesetzlichen Grundlagen hinaus. Sie erwarten laut der Deloitte Gen Z and Millennial Survey 2025, dass Unternehmen aktive Unterstützung in Bezug auf das physische und das psychische Wohlbefinden bieten. Und das nicht erst auf Nachfrage. Unternehmen, die diese Bedürfnisse ernst nehmen, sichern sich nicht nur die besten Nachwuchskräfte, sondern reduzieren auch Fehlzeiten und Fluktuation. Seit der Corona-Pandemie sind viele junge Menschen vorsichtiger, was Krankheiten und Ansteckungen angeht. Deswegen legen sie auf diese Themen besonderen Fokus. Technologieaffinität als Chance für den Arbeitsschutz Die Generation Z ist die erste Generation, die als „Digital Natives“ aufgewachsen ist. Für sie ist der Umgang mit dem Smartphone und sozialen Medien sowie die permanente Verfügbarkeit von Informationen Alltag. Das bietet dem Arbeitsschutz gerade jetzt die Chance, mehr auf Digitalität zu setzen. Dazu zählt nicht nur der administrative Teil, sondern auch die digitale Durchführung von 7 Arbeitssicherheit
Unterweisungen, Vorsorgen und Eignungen bis hin zu Beratungs- oder Arztgesprächen per Telefon oder sogar Videocall. Trotzdem muss hier individuell geschaut werden, welche Leistungen in welchem Gefährdungsbereich digital abgedeckt werden können. Der Geschäftsführer des Werksarztzentrums, Dr. Jan Felix Hübner sagt: „Was früher als übertriebene Fürsorge galt, wird heute klar eingefordert: Die Generation Z erwartet aktiv gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen – und denkt sie digital. Diese Offenheit ist eine Chance und ein Auftrag zugleich. Unternehmen, die Arbeits- und Gesundheitsschutz konsequent digitalisieren, stärken nicht nur ihre Attraktivität als Arbeitgeber, sondern sichern auch bei wachsendem Fachkräftemangel eine hochwertige Betreuung." Was Arbeitgeber jetzt tun können: Die Generation Z ist bereits heute wesentlicher Bestandteil der Belegschaft und ihr Anteil wächst stetig weiter. Damit der Arbeitsschutz besonders für diese jungen Beschäftigten wirksam ist, gut angenommen wird und seinen Schwerpunkt in der Digitalisierung findet, empfehlen sich folgende Schritte: • Gefährdungsbeurteilung vor allem auch in Hinblick auf psychische Belastungen aktualisieren. • Psychische Gesundheit enttabuisieren über Informationsmaterial, offene Kommunikation oder interne Kampagnen und Angebote (EAP) • Hybride Betreuungsmodelle einsetzen. Ein Zusammenspiel von digitalen Services, Telemedizin und einer Betreuung vor Ort bietet eine flächendeckende und zukunftssichere Betreuung. • Generationsübergreifende Teams gestalten. Konflikte zwischen den Generationen vermeiden, indem diese früh lernen miteinander und nicht gegeneinander zu arbeiten. • in professionelles Fehlzeitenmanagement (FZM) etablieren. Quelle: Werksarztzentrum Deutschland GmbH → Weitere Informationen Werksarztzentrum Deutschland GmbH Innovative Lösungen für Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit Blitzkuhlenstraße 173 • 45659 Recklinghausen Tel. 0800 929-2222 info@arbeitsmedizin.de www.arbeitsmedizin.de 8 Arbeitssicherheit FachbuchARBEITSSICHERHEIT IM GERÜSTBAU Viktor Ricken Informationen und Bestellung: https://bernheine-medien.de/arbeitssicherheit-im-geruestbau/ Mit Ergänzung zur TRBS 2121-1 Anzeige
9 Arbeitssicherheit Neue Wege für den Arbeitsschutz? Wie kann Arbeitsschutz Beschäftigte stärken und Unternehmen entlasten? Täglich fallen in Deutschland rund 1,6 Millionen Beschäftigte krankheitsbedingt aus – angesichts des Fachkräftemangels eine große Herausforderung für Unternehmen. Besonders psychische Belastungen nehmen zu: Informationsüberflutung, ständige Erreichbarkeit und digitale Überforderung prägen den Arbeitsalltag. Gleichzeitig investieren viele Unternehmen in zahlreiche Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Wie gelingt zeitgemäßer Arbeits- und präventiver Gesundheitsschutz, der Unternehmen entlastet und Beschäftigte stärkt? Welche technologischen Lösungen helfen, Gesundheitsrisiken zu reduzieren? Welche Auswirkungen haben Digitalisierung, Arbeitszeiten und späterer Renteneintritt auf psychische und physische Gesundheit und die Gestaltung zukunftsfähiger Arbeitsplätze? Und wer trägt letztlich die Verantwortung für die Gesundheit am Arbeitsplatz? Darüber haben im Juli 2025 bei der "PEAG Personaldebatte zum Frühstück" diskutiert: Isabel Rothe, Präsidentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), und Alexander Gunkel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). „Gesunde Beschäftigte, starke Unternehmen: Neue Wege für den Arbeitsschutz?“, so der Titel der gemeinsamen Veranstaltung von PEAG und Arbeitgeberverband Gesamtmetall. "Wenn wir über einen zeitgemäßen Arbeitsschutz reden, dann geht es um die Chancen und Risiken der Digitalisierung und KI, um die zunehmende Bedeutung von Dienstleistungs- und Interaktionsarbeit sowie um neue Arbeitsformen wie Homeoffice und mobile Arbeit", eröffnete Isabel Rothe die Debatte. Viele Beschäftigte empfänden die hohe Arbeitsintensität in einer zunehmend komplexen Arbeitswelt seit einigen Jahren als Belastung. "Auch deshalb spielt der Betrieb als sozialer Ort eine wichtige Rolle, dort sollten Gesundheitsschutz, Prävention und gute Kommunikation Hand in Hand gehen“, forderte Isabel Rothe. Zeitgemäße Regelwerke für den Arbeitsschutz, die auch die Bedarfe der kleinen und mittleren Unternehmen berücksichtigen, seien nach wie vor wichtig. "Genauso sollten wir auf die aktive Mitwirkung aller Beteiligten setzen“, betonte sie: "So sollte etwa gute Arbeitsgestaltung bei technisch-organisatorischen Veränderungsprozessen von Beginn an mitgedacht werden. Im Unternehmensalltag sollten Präventionsmaßnahmen sichtbar gemacht werden, etwa indem sie regelmäßiger Tagesordnungspunkt bei Besprechungen oder Gegenstand von Fortbildungen sind.“ Für Beschäftigte müsse gerade in Zeiten der Transformation der Betrieb ein Ort sein, der den Menschen auch in unsicheren Phasen Orientierung, Zusammenhalt und Perspektiven ermöglicht. "Die Unternehmen sind sehr daran interessiert, dass ihre Beschäftigten möglichst bis ins Rentenalter gesundheitlich fit, leistungsfähig und einsatzbereit sind", reagierte Alexander Gunkel. Sie investierten daher viel in Sicherheit und Gesundheit ihrer Beschäftigten und berücksichtigten bei der Gefährdungsbeurteilung auch psychische
Belastungen am Arbeitsplatz. "Gerade in Klein- und Kleinstbetrieben sind spürbare Fortschritte im Arbeitsschutz erzielt worden", berichtete er und bestätigte die Bedeutung eines modernen Arbeitsschutzes im Kontext digitaler Transformation. Der Einsatz neuer digitaler Techniken biete viele Chancen, sei aber auch mit Gefährdungen für die psychische Gesundheit der Beschäftigten verbunden. "Deshalb ist es wichtig, dass die betrieblichen Akteure diesen Gefährdungen durch eine gute Arbeitsgestaltung entgegenwirken und die Beschäftigten ihre individuellen Gesundheitskompetenzen verbessern", so das BDA-Hauptgeschäftsführungsmitglied: "Dabei brauchen die Unternehmen fachkundige Unterstützung, zum Beispiel von Berufsgenossenschaften und betrieblichen Arbeitsschutzfachleuten." Alexander Gunkel forderte zugleich einen Bürokratieabbau im Arbeitsschutz, um dessen Effizienz und Wirksamkeit zu steigern: "Es gibt kaum einen Lebensbereich, der so mit Vorschriften und Regeln überzogen ist, wie die Arbeitswelt." Unternehmen in Deutschland müssten etwa 10.000 Einzelanforderungen im Arbeitsschutz beachten. "Das ist deutlich zu viel", kritisierte er: "Der Vorschriftendschungel muss dringend gelichtet werden." Vorschriften und Regeln im Arbeitsschutz müssten verständlich, einfach und handhabbar sein. Verpflichtungen zur Bestellung von Betriebsbeauftragten sollten abgebaut, Fristen flexibilisiert, mehr digitale Angebote und Tools zur Verfügung gestellt und der Dokumentationsaufwand deutlich reduziert werden. Auch Andreas Schmincke, Geschäftsführer der PEAG Holding GmbH, forderte weniger Regulierung und mehr Eigenverantwortung, um Unternehmen beim Arbeitsschutz nicht durch Bürokratie zu überlasten und Innovation zu ermöglichen. Aber wir dürfen die Schutzstandards für Beschäftigte nicht gefährden", mahnte er zugleich: "Wie wertvoll nicht nur das über Jahre entwickelte Fachwissen einer Arbeitskraft ist, sondern auch ihre langfristige Gesundheit, merke ich als Führungskraft doch meist erst dann, wenn sie plötzlich länger ausfällt." Der Geschäftsführer ging auch auf die steigende Zahl der Krankheitstage ein. "Zwar dürfte zum Großteil die bessere Erfassung der elektronischen AU dahinter stecken, trotzdem sollte man mit systematischen Monitorings zeitliche und regionale Trends erfassen, um damit Ursachenforschung und zielgerichtete Prävention betreiben zu können", schlug er vor. Die O-Töne der Gäste dieses Podcasts finden Sie unter: https://www.peag-online.de/news/ podcast → Weitere Informationen https://www.peag-online.de/mit-arbeitsschutzbeschaeftigte-und-betriebe-staerken 10 Arbeitssicherheit → PEAG Holding GmbH Die PEAG Holding GmbH ist strategischer Partner für Personalberatung, ver- mittlungsorientierte Arbeitnehmerüberlassung, Beschäftigtentransfer und Personaladministration. Auch in arbeitsmarktpolitischen Bereichen beteiligt sich die PEAG regelmäßig unter dem Claim "Wir machen Zukunft. Für Menschen." mit öffentlichen Debatten und Symposien zu aktuellen Themen und ist Impulsgeber für Akteure des Arbeitsmarktes und Trendsetter im Bereich Personalmanagement.
11 Veranstaltungen Innovationen, KI und neue Ideen für das Handwerk Rückblick auf die ZUKUNFT HANDWERK 2026 – der Kongress für Innovationen, Networking und Praxiswissen Die ZUKUNFT HANDWERK 2026 am 4. und 5. März in München hat einmal mehr gezeigt, wie stark sich das Handwerk verändert und welche Chancen digitale Technologien und Künstliche Intelligenz für Betriebe bieten. Wie sieht Digitalisierung im Handwerk heute konkret aus? Wer den Innovationsparcours besucht hat, konnte genau das erleben. An über 20 Stationen wurden Technologien vorgestellt, die bereits heute im Handwerk eingesetzt werden. Besucher konnten Anwendungen ausprobieren, Fragen stellen und mit dem Team von Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk über konkrete Einsatzmöglichkeiten sprechen. Besonders viel Aufmerksamkeit gab es für die digitalen Anwendungen im Innovationsparcours. Der Kongress interessierte auch die Politik: Markus Söder, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Dorothee Bär und Janina Jänsch schauten sich an, welche Innovationen schon heute im Handwerk eingesetzt werden. Zu sehen waren dabei unter anderem: KI-Anwendungen für betriebliche Prozesse, digitale Werkzeuge für Planung und Organisation, Assistenzsysteme für den Arbeitsalltag und neue Technologien zur Unterstützung von Fachkräften. Viele Gespräche auf dem Kongress zeigten klar: Es geht im Handwerk längst nicht mehr darum, ob Digitalisierung kommt, sondern darum, wie sie sinnvoll umgesetzt werden kann. Innovationen auf der ZUKUNFT HANDWERK 2026 Ein weiteres Highlight war die FarbeimerKampagne der Initiative Make Innovation Handwerk. Die zentrale Frage lautete: Wie kann der Farbeimer zurück in den Wertstoffkreislauf geführt werden? Die Herausforderung ist groß, denn ab 2030 müssen 35 % eines Farbeimers aus recyceltem Kunststoff bestehen, ab 2040 sogar 65 %. Gleichzeitig landen heute noch Millionen Farbeimer in der Verbrennung. Um neue Lösungen zu entwickeln, arbeiteten über 50 Teilnehmende aus Handwerk, Industrie, Forschung und Startups zusammen. In einem mehrstufigen Innovationsprozess entstanden über 20 Ideen, die in interdisziplinären Teams weiterentwickelt wurden. Fünf Finalisten präsentierten ihre Konzepte schließlich live auf dem Kongress. Künstliche Intelligenz im Handwerk Insbesondere war Künstliche Intelligenz im Handwerk ein wichtiges Thema, speziell aber ein Fokusthema für das Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk: Über 1.000 beteiligte Betriebe, rund 250 Beratende, zahlreiche Grafik: Designed by Magnific, www.magnific.com
Experten aus der Wirtschaft, Partner aus anderen Mittelstand-Digital-Zentren sowie die European Digital Innovation Hubs (EDIHs) haben an dem umfangreichen Workshop Digitalisierungswerkstatt "Künstliche Intelligenz – neuer Problemlöser im Handwerk" teilgenommen und dieses Großprojekt mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung unterstützt. Berichte aus der Praxis Auf der ZUKUNFT HANDWERK 2026 berichteten fünf Betriebe dieses DigitalisierungsWorkshops eindrucksvoll, wie sie mit Hilfe bereits heute Künstliche Intelligenz in ihren Betrieben nutzen. Im Fokus standen dabei die Analyse betrieblicher Abläufe, Unterstützung bei Planung und Organisation und Automatisierung wiederkehrender Aufgaben. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll: KI ist kein Zukunftsthema mehr im Handwerk, sondern wird bereits Teil der betrieblichen Praxis. Fünf Jahre Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk – was bleibt? Der Kongress ZUKUNFT HANDWERK 2026 bot eine gute Gelegenheit, auf fünf Jahre Arbeit des Mittelstand-Digital Zentrums Handwerk zurückzublicken. In dieser Zeit wurden gemeinsam mit Handwerksbetrieben, Organisationen und Partnern zahlreiche Projekte umgesetzt. Das Ziel war dabei immer klar: Sie dabei zu unterstützen, digitale Technologien und Künstliche Intelligenz besser zu verstehen, auszuprobieren und Schritt für Schritt im eigenen Betrieb einzusetzen. Dabei ist über die Jahre ein breites Angebot entstanden – von praxisnahen Lernformaten bis hin zu konkreten Pilotprojekten in Betrieben. Dazu gehören unter anderem: • Workshops und Veranstaltungen zur Digitalisierung im Handwerk • Demonstratoren und Praxisprojekte, bei denen Technologien direkt ausprobiert werden können • KI-Pilotprojekte mit Handwerksbetrieben, z. B. im Rahmen der Digitalisierungswerkstatt oder der KI-Werkstatt • Podcasts, E-Learning-Kurse und OnlineChecks • Videos und Themenhefte zu aktuellen Technologien und Trends • Angebote und Informationen rund um Cybersicherheit im Handwerk • sowie Kooperationen mit Verbänden, Forschung und Industrie Auf der Bühne der ZUKUNFT HANDWERK wurden einige dieser Projekte exemplarisch vorgestellt und gezeigt, wie vielfältig Digitalisierung im Handwerk inzwischen umgesetzt wird. Viele der entstandenen Materialien, Projekte und Praxisbeispiele stehen weiterhin über die Website des Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk zur Verfügung. Zukunftsaussichten nach der ZUKUNFT HANDWERK 2026 Die Digitalisierung im Handwerk ist längst Realität. Viele Betriebe sind bereits auf dem Weg und nutzen digitale Technologien Schritt für Schritt im Alltag. Der Kongress hat gezeigt, wie viel Innovationskraft im Handwerk steckt und wie wichtig der Austausch zwischen Betrieben, Forschung, Industrie und Politik dabei ist. Quelle: Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk 12 Veranstaltungen
Weil Sicherheit uns alle angeht Essener Brandschutztage: 27. Tagung schafft Klarheit und fördert den Dialog Bereits vor vielen Jahren hat sich das Haus der Technik Essen (HDT) auf die Fahne geschrieben, mit professioneller BrandschutzWeiterbildung zu mehr Sicherheit beizutragen. Mit den Essener Brandschutztagen konnte man außerdem einen bedeutenden Branchentreff etablieren, der Jahr für Jahr Fach- und Führungskräfte zusammenbringt, wertvolle Aufklärungsarbeit leistet, neueste Trends beleuchtet und über Best Practices und Learnings aus Brandfällen informiert. Im Fokus stehen in diesem Jahr insbesondere die Betreiberverantwortung, konkrete Brandschutzpflichten im laufenden Betrieb sowie die Rolle und Wirksamkeit von Kontrollen – sowohl intern als auch durch externe Stellen. Renommierte Referenten aus Unternehmersicht, von Behörden und aus der Versicherungswirtschaft beleuchten die Themen aus unterschiedlichen Perspektiven und geben Einblicke in Anforderungen, Erwartungen und typische Schwachstellen. Die Tagung richtet sich an alle, die Verantwortung im Brandschutz tragen und die eigene Praxis kritisch hinterfragen sowie weiterentwickeln möchten. Diese Erkenntnisse schnellstmöglich weiterzugeben, entspricht dem bewährten HDT-Prinzip „Wissen aus der Praxis und für die Praxis“. Brandgefahren werden nicht nur diskutiert, sondern auch vorgeführt Bei den Essener Brandschutztagen legt man stets ein Hauptaugenmerk auf Diskussionen und Erfahrungsaustausch, wovon die Teilnehmenden erheblich profitieren. Auf jeden einzelnen Vortrag folgen kurze Diskussion, darüber hinaus gibt es Podiumsdiskussionen am Ende beider Tage sowie ein stark zur Vernetzung beitragendes gemeinsames Abendessen am ersten Veranstaltungstag. Und weil alle Theorie bekanntlich grau ist, verdeutlicht eine zusätzliche Praxisdemonstration zum Brandschutz, wie leicht etwas passieren und brennen kann. In diesem Jahr findet die Tagung mit OnlineTeilnahmemöglichkeit vom 3. bis 4. November 2026 statt – mit einem überaus nutzbringenden und kurzweiligen Programm, bestehend aus über einem Dutzend Vorträgen von ausgewiesenen Fachleuten sowie einer mit ebenso großer Spannung erwarteten begleitenden Fachausstellung. Gezeigt werden die neuesten Lösungen und Anwendungen aus der Industrie. „Brandschutz scheitert selten am fehlenden Regelwerk, sondern häufiger an unklarer Verantwortung, unzureichender Umsetzung und mangelnder Kontrolle. Genau hier setzt die Tagung an: Sie schafft Klarheit, fördert den Dialog und zeigt auf, wie Verantwortung im Brandschutz wirksam wahrgenommen werden kann“, erläutert Lars Oliver Laschinsky als Tagungsleiter das Programm 2026. → Weitere Informationen www.hdt.de/essener-brandschutztageh050115654 13 Veranstaltungen
14 Empfehlungen Blog Arbeitssicherheit Im Blog „Arbeitssicherheit“ des Werksarztzentrum Deutschland GmbH erhalten Interessierte vielschichtige Informationen wie beispielsweise zur Sicherheit auf Baustellen durch die professionelle Koordination eines SiGeKo, zur Sicherung eines funktionierenden Arbeitsschutzes in Zukunft mithilfe von KI und Robotik, Ordnung und Sauberkeit am Arbeitsplatz, betriebliche Arbeitsschutzorganisation, betriebliches Gefahrstoffmanagement und viele weitere Themen. Das Werksarztzentrum Deutschland GmbH ist eine Kombination aus digitalen Leistungen, Telemedizin und einer deutschlandweiten Betreuung vor Ort und hat sich weiterentwickelt zu einem der führenden Anbieter digitaler Lösungen für Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit in Deutschland. Das Ziel ist die Schaffung einer Arbeitswelt, in der Gesundheit und Sicherheit selbstverständlich sind. Der Blog ist in drei Kategorien gegliedert: Arbeitsmedizin, Arbeitssicherheit und Betriebliche Gesundheitsförderung. Er kann über die Website des Werksarztzentrum Deutschland GmbH gelesen werden. → Weitere Informationen www.arbeitsmedizin.de/mehr-wissen/blog KAN-Podcast Im KAN-Podcast werden Gespräche mit Experten zu aktuellen Themen rund um Arbeitsschutz, Normung und Regelsetzung geführt. Es werden Themen behandelt wie Zugangsöffnungen an Behältern, Silos und engen Räumen im Fachbereich Rohstoffe und Chemische Industrie, Feuerwehr und Brandschutz in der Normung, die Normungsarbeit der Umweltverbände, der DIN Verbraucherrat als Interessenvertretung in der Normung, Forschungstransfer und -perspektiven des Institut für Arbeitsschutz (IFA) und viele weitere Themen zum Arbeitsschutz. Der Podcast kann über die Website der KAN und auf Podcast-Portalen wie Spotify, Deezer oder Apple Podcast und YouTube gehört werden. Die Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN) bündelt Interessen aus Sicht des Arbeitsschutzes und bringt diese in laufende und geplante Normungsvorhaben ein. Sie nimmt so Einfluss auf Normungsprogramme nachdem grundsätzliche Positionen des Arbeitsschutzes erarbeitet und Inhalt von Normen bewertet wurden. → Der Podcast kann gehört werden über: https://www.kan.de/publikationen/podcast/ https://www.youtube.com/@kan5907/playlists
Arbeitsschutz Podcast „Nicht ganz ungefährlich“ Gastgeber Dietmar Bleck unterhält sich im Podcast der Fachzeitschrift "Arbeitsschutz – aber sicher" in persönlichen authentischen Gesprächen mit Menschen, deren Leidenschaft und Profession der Arbeitsschutz ist. So erzählt beispielsweise Bernd der Baucoach, der über seinen Weg vom Kfz-Mechaniker, Baumaschinenführer und Meister im Tiefbau zu einem der bekanntesten Gesichter im Bausektor wurde, über den technischen Wandel auf Baustellen. Besonders wichtig ist ihm dabei die Arbeitssicherheit. Er kommentiert regelmäßig Videos, in denen zu sehen ist, wie man sich besser nicht auf der Baustelle verhält, wenn einem die eigene und die Sicherheit der Kollegen etwas wert ist. Ein aktuelles Gespräch mit zwei Vertretern aus Unternehmen, deren Ziel die Verbesserung des UV-Schutzes ist, zeigt die unterschiedlichen Herangehensweisen und auch die Ergänzung der Produkte für Anwender. Ein Gespräch über die DGUV-Information 201-056 bezüglich Sicherungsmaßnahmen auf exponierten Flächen schafft mehr Klarheit durch die definierten Ausstattungsklassen. → Der Podcast kann gehört werden über: https://nicht-ganz-ungefaehrlich.podigee.io/ oder andere Kanäle wie Spotify und Apple Podcast 15 Empfehlungen Blog BAU ARBEITSSCHUTZ Im Blog werden vielseitige Informationen im Bereich Arbeitsschutz gegeben wie beispielsweise über den Unterschied von Sifa und Fasi, über die Karrierechancen eines Jobs im Arbeitsschutz, über die Haftungsrisiken einer Fachkraft für Arbeitssicherheit, über Absturzsicherungen, über die Haftung bei einem Arbeitsunfall und vieles mehr. Die BAU ARBEITSSCHUTZ ist einer von drei Unternehmensbereichen der BAU UNTERNEHMENSGRUPPE und bietet einen umfangreichen Leistungskatalog zur Abdeckung aller betrieblichen Sicherheitsmaßnahmen. Unter dem Namen BAU ARBEITSSCHUTZ beraten erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten zu allen Belangen des Arbeitsschutzes und helfen bei der optimalen und effizienten Umsetzung aller gesetzlichen Vorgaben. Die BAU UNTERNEHMENSGRUPPE bietet sich als Partner für Sicherheit am Arbeitsplatz an und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Mitarbeitenden ihrer Kunden zu schützen und Zufriedenheit und Produktivität zu gewährleisten. Zu ihren Leistungen zählen Arbeitssicherheit, wie Evakuierungsschutz, Baustellensicherheit, Explosionsschutz, Maschinensicherheit und vieles mehr. → Weitere Informationen https://bau-arbeitsschutz.com/blog/
Stimme als Werkzeug So gewinnen Sie Aufmerksamkeit und überzeugst Menschen Ihre Stimme als Werkzeug entscheidet darüber, ob Ihnen Menschen zuhören – oder innerlich abschalten. Viele Führungskräfte investieren viel Zeit in Inhalte, Präsentationen und Argumente. Doch sie unterschätzen den wichtigsten Hebel in der Kommunikation: Die Stimme als Werkzeug der Einflussnahme. Denn selbst die beste Botschaft wirkt nicht, wenn sie nicht richtig transportiert wird. Warum die Stimme als Werkzeug so entscheidend ist Kennen Sie das? Sie hören jemandem zu – und sind nach wenigen Sekunden gedanklich weg. Der Inhalt ist gut, aber die Stimme monoton. Es fehlt Energie, Klarheit oder Überzeugung. Das Ergebnis: Sie schalten ab. Und genau das passiert auch Ihren Zuhörern. Die bekannte Verteilung in der Kommunikation zeigt es deutlich: • 7 % Inhalt • 38 % Stimme als Werkzeug • 55 % Körpersprache Das bedeutet: Ihre Stimme als Werkzeug hat mehr Einfluss als Ihr Inhalt. Es kommt nicht alleine auf den Inhalt an. Damit der zur Geltung kommt, muss die Verpackung stimmen. Die Art der Aufbereitung, die Stimme und die Körpersprache. All das muss stimmen und ist entscheidend für den Inhalt. Dabei wird der Klang unserer Stimme und die Körpersprache von unserem Unterbewusstsein gesteuert. Daher kommt auch der Spruch: Die Körpersprache ist die Sprache der Seele. Daran erkennt Ihr Gegenüber Ihre Einstellung, Ihre Grundhaltung und vor allem eben auch die Leidenschaft mit der Sie hinter Ihrer Botschaft stehen. Wenn Sie für ein Thema richtig brennen, spüren Ihre Zuhörer das an Ihrer Körpersprache und Ihrer Stimme. Wie werden Sie darin besser? Getreu dem Mantra von Stefan Bartel, Experte für Führungskommunikation üben, üben, üben. Verlassen Sie Ihre Komfortzone, wachsen Sie über sich hinaus. Aber was ist, wenn Sie rhetorisch weniger talentiert sind als andere? Nicht verzagen! Denn es gilt die Regel: Leidenschaft schlägt Rhetorik. Stimme als Werkzeug: Der größte Denkfehler Viele glauben: „Wenn mein Inhalt gut ist, wird er schon wirken.“ Das stimmt nicht. Denn ohne Wirkung bleibt Inhalt bedeutungslos. Die Stimme als Werkzeug ist die Brücke zwischen Inhalt und Wirkung. Sie entscheidet: • ob Aufmerksamkeit entsteht • ob Vertrauen aufgebaut wird • ob Menschen dir folgen Was Ihre Stimme als Werkzeug über Sie verrät Ihre Stimme transportiert mehr als Worte: Sie zeigt Sicherheit oder Unsicherheit, Klarheit oder Zweifel, Energie oder Müdigkeit, Überzeugung oder Gleichgültigkeit. Ihre Stimme ist hörbare Haltung. Und genau deshalb ist die Stimme als Werkzeug in der Führung so entscheidend. Leidenschaft schlägt Rhetorik Vielleicht denken Sie: „Ich bin einfach kein guter Redner.“ Gute Nachricht: Sie müssen 16 Unternehmensführung
kein Rhetorik-Profi sein. Was wirklich wirkt, ist: Leidenschaft. Sie kennen solche Menschen: Sie sprechen nicht perfekt, sie nutzen keine perfekten Techniken, aber sie ziehen alle in ihren Bann. Warum? Ganz einfach: Weil sie für ihr Thema brennen. Die Stimme als Werkzeug gewinnt dann an Kraft, wenn echte Überzeugung dahintersteht. Sie haben sicher schon einmal einen solchen Redner gesehen. Jemand, der für das Thema brennt. Der selbst so richtig begeistert ist. Und der mit seiner Motivation und Leidenschaft so richtig ansteckend ist und das Publikum mitreißt. Sie werden bei solch einem Redner kaum jemanden – ja vielleicht sogar niemanden – finden, der nicht zuhört. Er hat stets die volle Aufmerksamkeit seiner Zuhörer und schafft es ganz automatisch das Interesse seiner Zuhörerschaft zu gewinnen. Auch wenn Sie davon noch ein Stück weg sind. Mit jedem Tag, an dem Sie üben, kommen Sie diesem Ideal etwas näher. Stimme als Werkzeug im Alltag – nicht nur auf der Bühne Ein häufiger Irrtum: „Ich brauche das nur für Vorträge.“ Falsch. Sie nutzen Ihre Stimme als Werkzeug jeden Tag: • im Meeting • im Mitarbeitergespräch • im Konflikt • in der Führung • im privaten Gespräch Jede Situation ist Wirkungssituation. Jetzt werden Sie im Berufsalltag jedoch nicht jeden Tag große Reden schwingen und Vorträge halten. Müssen Sie auch nicht. Sie können Ihre Stimme als Werkzeug auch im Privatleben formen. Stefan Bartel selbst hat als ganz junger Ingenieur in einem Rhetorikseminar eine wunderbare Übung erfahren. Machen Sie es genauso wie er damals. 5 konkrete Tipps, um Ihre Stimme als Werkzeug zu verbessern 1.Variieren Sie Ihre Stimme bewusst Monotonie ist der größte Aufmerksamkeitskiller. Nutzen Sie: Laut/leise, schnell/ langsam und vor allem Pausen. 2.Sprechen Sie langsamer als gewohnt Viele sprechen zu schnell – besonders bei Nervosität. Die Wirkung, die Sie damit erreichen: mehr Klarheit, mehr Souveränität, mehr Gewicht. 3.Nutzen Sie Pausen gezielt Pausen sind kein Zeichen von Unsicherheit. Ganz im Gegenteil: Sie sind ein Zeichen von Führung. 17 Unternehmensführung Anzeige Gerüstbau · Hebetechnik · Maschinenbau · Stahlbau Teupe. Kann nicht jeder. www.teupe.de
4.Atmen Sie bewusst Ihre Stimme als Werkzeug hängt direkt mit Ihrer Atmung zusammen. Eine flache Atmung bedeutet eine schwache Stimme, eine tiefe Atmung führt zu einer starken Stimme. 5.Sprechen Sie mit innerer Klarheit Die stärkste Stimme entsteht durch: Klarheit im Kopf. Wenn Sie unsicher sind, klingt Ihre Stimme unsicher. Die beste Übung: Praxis statt Theorie Sie wollen Ihre Stimme als Werkzeug wirklich verbessern? Dann brauchen Sie Praxis. Eine einfache, aber extrem wirkungsvolle Übung: Halten Sie regelmäßig kurze Reden im Alltag. Zum Beispiel bei privaten Feiern, im Team oder spontan im Meeting. Das ist am Anfang ungewohnt. Dann herausfordernd. Dann normal. Und irgendwann: leicht. Getreu dem Motto: Übung macht den Meister: Nehmen Sie sich vor, ein Jahr lang auf jeder privaten Einladung eine kurze öffentliche Rede zu halten. Klingt komisch? Die ersten Male werden Sie sich vielleicht auch komisch und Fehl am Platz vorkommen. Vielleicht wünschen Sie sich anfangs sogar, dass man Sie gar nicht eingeladen hätte. Bleiben Sie dran! Sie werden sehen, sobald das einige Male gut geklappt hat, macht es Ihnen Spaß. Dasselbe hat Stefan Bartel schon oft bei seinen Seminarteilnehmern erlebt. Zunächst musste er sie zwingen, nach vorne zu kommen. Nach etwas Übung gibt es dann Menschen, die musste er daran hindern nach vorne zu treten. Aber sie haben das gute Gefühl gespürt. Und das gibt ihnen noch mehr Kraft. Welches Gefühl? Das Gefühl der Macht, wenn man vor einer Gruppe steht und die Zuhörer für sich und seine Sache begeistern kann. Bis es soweit ist, muss man allerdings ein paar Grundfertigkeiten erworben haben. Warum Übung Ihre Stimme als Werkzeug transformiert Stefan Bartel hat es in seinen Seminaren immer wieder selbst erlebt: Am Anfang sind die Leute zurückhaltend, unsicher und man hört den Widerstand in der Stimme. Nach kurzer Zeit dreht sich das. Man hört mehr Sicherheit, mehr Präsenz und damit mehr Wirkung. Und irgendwann kommt sogar die Freude am Sprechen. Und genau dann wird ihre Stimme als Werkzeug zu ihrem stärksten Instrument. 18 Unternehmensführung Anzeige www. www. Auf Sicherheitsnetze von Huck können Sie sich verlassen! www.huck.net · www.huck.net Verkauf, Vermietung und Montage von Personenauffangnetzen. Manfred Huck GmbH Asslarer Weg 13-15 · 35614 Asslar-Berghausen Tel.: +49 (0) 6443 63-0 · Fax: +49 (0) 6443 63-29 www.huck.net · email: sales.de@huck.net
Wenn Sie Ihre Stimme richtig einsetzen: • Gewinnen Sie Aufmerksamkeit • Überzeugen Sie Menschen • bauen Sie Vertrauen auf • Entwickeln Sie Kultur • Erzeugen Sie Wirkung Sie brauchen weniger Argumente – weil Ihre Wirkung für sich spricht. Stimme als Werkzeug entscheidet über Ihren Erfolg Ihre Stimme ist kein Zufall. Sie ist ein Werkzeug. Und wie jedes Werkzeug können Sie sie: trainieren, schärfen und bewusst einsetzen. Die entscheidende Frage ist: Nutzen Sie Ihre Stimme als Werkzeug – oder lassen Sie sie ungenutzt? Sie sehen, Ihre Stimme als Werkzeug hat eine wichtige Rolle. Sie gewinnt nicht nur die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer, sie sorgt dafür, dass Sie Anhänger finden. Anhänger die mit Ihnen für Ihre Sache stehen. Damit das so ist, müssen Sie aber all Ihre Leidenschaft und Motivation in Ihre Stimme legen. Machen Sie das richtig, müssen Sie niemanden mehr überzeugen. Denn die Leute werden Ihnen ganz automatisch folgen. Wenn Sie sich noch unsicher sind vor einer Gruppe zu sprechen, dann machen Sie genau das. Tagein, tagaus. In der Arbeit und im Privaten. Irgendwann werden Sie spüren, wie es leichter wird. Wie der innere Widerstand schwindet. Plötzlich sind Sie gar nicht mehr so aufgeregt. Es ist nicht mehr schlimm, dass Sie vortreten müssen. Und irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, da macht es Ihnen Spaß. Da freuen Sie sich richtig auf Ihre Rede. Und genau dann können Sie Ihre Stimme als Werkzeug richtig formen. Mini-Check: Wie stark ist Ihre Stimme als Werkzeug? Beantworten Sie ehrlich: • Höre ich mir selbst gerne zu? • Bleiben Menschen bei mir aufmerksam? • Wirke ich ruhig und souverän? • Spreche ich bewusst – oder automatisch? Je mehr „Ja“, desto stärker Ihre Wirkung. Autor: Stefan Bartel, SAFETY CULTURE COACH® und Experte für Führungskommunikation → Weitere Informationen Stefan Bartel Academy Alois-Senefelder-Allee 1, D-86153 Augsburg Tel. +49 821 4862793 buero@stefanbartel.com www.stefanbartel.com 19 Unternehmensführung → Der Autor Stefan Bartel ist der Experte für Führungskommunikation und der Safety Culture Coach®. Mit über 30 Jahren Erfahrung unterstützt er Führungskräfte, dabei Prozesse anzustoßen und zu begleiten. Fachkräfte für Arbeitssicherheit und alle Interessierten können mit der zertifizierten Ausbildung zum Safety Culture Manager® moderne und effiziente Arbeitssicherheit in ihrem Unternehmen umsetzen.
Ergonomische Unterstützung hTRIUS gewinnt 1. Preis beim Deutschen Baupreis 2026 in der Sonderkategorie „Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz“ Die hTRIUS GmbH ist beim Deutschen Baupreis 2026 mit dem 1. Preis in der Sonderkategorie „Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz“ ausgezeichnet worden. Der Deutsche Baupreis wird auch in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen verliehen. Veranstaltet wird er vom Bauverlag gemeinsam mit der Bergischen Universität Wuppertal. Insgesamt werden Preise in acht Kategorien vergeben. Die Verleihung fand am 24. März 2026 im Rahmen der digitalBAU in Köln statt. Mit dem Preis würdigt die Jury den Beitrag von hTRIUS zu mehr Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Bauwirtschaft. Im Mittelpunkt steht das Exoskelett BionicBack, das Beschäftigte bei belastenden Hebe- und Beugebewegungen unterstützt und dazu beiträgt, körperliche Belastungen im Arbeitsalltag zu reduzieren. Überreicht wurde die Auszeichnung von Prof. Dr.-Ing. Marco Einhaus von der BG BAU. Für hTRIUS unterstreicht der Preis die Relevanz praxisnaher Lösungen für mehr Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Dominik Heinzelmann, Gründer und Geschäftsführer von hTRIUS, sagt: „Unsere Systeme werden tagtäglich eingesetzt. Dass 20 Meldungen Dominik Heinzelmann, Gründer und Geschäftsführer der hTRIUS GmbH (links) und Jonas Haag, Mitbegründer und COO/Betriebsleiter von hTRIUS (rechts) freuen sich über den Gewinn des Deutschen Baupreises 2026.
wir diesen Preis erhalten und ihn von der BG BAU überreicht bekommen, ist für uns eine besondere Bestätigung. Es zeigt, wie wichtig praxisnahe Lösungen für gesündere Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft sind. Wir werden unseren Weg konsequent weitergehen, damit Arbeitsplätze gesünder werden und langfristig zukunftsfähig bleiben.“ Die Auszeichnung ist für hTRIUS ein wichtiger Meilenstein und zugleich ein starkes Signal an die Branche: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind keine Nebenthemen, sondern zentrale Zukunftsfaktoren für leistungsfähige, attraktive und nachhaltige Arbeitsplätze im Bauwesen. Gerade in einem Umfeld, das von hoher körperlicher Belastung, Fachkräftemangel und wachsendem Effizienzdruck geprägt ist, gewinnen Lösungen an Bedeutung, die Mitarbeitende im Arbeitsalltag konkret entlasten. Mit dem Gewinn des Deutschen Baupreises 2026 unterstreicht hTRIUS den eigenen Anspruch, Innovationen nicht nur technologisch zu entwickeln, sondern konsequent an den realen Anforderungen auf Baustellen auszurichten. Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, Gesundheitsschutz wirksam in den Arbeitsalltag zu integrieren und körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten langfristig ergonomischer zu gestalten. → Weitere Informationen www.htrius.com 21 Meldungen → Über hTRIUS Die hTRIUS GmbH aus Horb am Neckar entwickelt und produziert Exoskelette „Made in Germany“, die körperlich arbeitenden Menschen in verschiedenen Branchen spürbar entlasten. Im Mittelpunkt steht dabei die Vision einer gesunden, sicheren und zukunftsfähigen Arbeitswelt, in der Technologie den Menschen stärkt und nicht ersetzt. hTRIUS verbindet technische Innovation mit praktischem Nutzen und setzt neue Maßstäbe in der ergonomischen Unterstützung von Arbeitskräften. Das Unternehmen engagiert sich dafür, dass Menschen ihr Arbeitsleben gesund, leistungsfähig und schmerzfrei gestalten können – Tag für Tag. Dominik Heinzelmann, Gründer und Geschäftsführer der hTRIUS GmbH, bei der Übergabe des Deutschen Baupreises 2026 durch Prof. Dr.-Ing. Marco Einhaus von der BG BAU.
Psychische Anforderungen bei der Arbeit gut gestalten Störungen im Arbeitsablauf, hohe Arbeitsintensität oder ein schlechtes zwischenmenschliches Klima wirken sich negativ auf das Wohlbefinden von Beschäftigten aus und können auch die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit beeinträchtigen. Anlässlich des Tags der Arbeitssicherheit am 28. April betonten Unfallkassen und Berufsgenossenschaften sowie ihr Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), welche Bedeutung gesundheitsgerecht gestaltete Arbeitsbedingungen haben. Wie verbreitet psychische Belastungen sind, zeigt eine repräsentative Befragung der DGUV unter mehr als 2.000 Erwerbstätigen. Am häufigsten berichteten diese von Belastungen durch die Arbeitsorganisation: Häufige Unterbrechungen, hohe Arbeitsintensität oder unklare Zuständigkeiten nannte die Hälfte der Befragten. 35 % empfanden die Arbeitsinhalte und -aufgaben als belastend, 29 % soziale Beziehungen am Arbeitsplatz. "Die Ergebnisse zeigen, dass psychische Belastungen den Arbeitsalltag vieler Beschäftigter wesentlich mitbestimmen – entscheidend ist ihre gesundheitsgerechte Gestaltung", sagt Dr. Annekatrin Wetzstein, Arbeitspsychologin an der DGUV Akademie. "Für den Arbeitsschutz bedeutet das, auch arbeitsorganisatorische und soziale Faktoren systematisch in den Blick zu nehmen." Belastungen begünstigen Unfälle Die genannten Arbeitsbedingungen stehen auch im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen, ergab die Befragung der DGUV. Auf die Frage, welche Faktoren aus ihrer Sicht Arbeitsunfälle begünstigen können, nannten 45 % der Erwerbstätigen eine hohe Arbeitsbelastung und Zeitdruck. "Unter Zeitdruck und bei hoher Arbeitsintensität können Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt sein; Risiken werden eher übersehen", so Wetzstein. "Zudem kann es dazu kommen, dass Schutzmaßnahmen nicht konsequent eingehalten werden." Arbeitsbelastung und Stress beeinflussen auch, ob Beschäftigte sich vorstellen können, ihre Tätigkeit bis zum Renteneintrittsalter sicher und gesund auszuüben. In der Befragung wurden sie häufig als Gründe genannt, die einer sicheren und gesunden Erwerbstätigkeit bis zum Rentenalter im Weg stehen. Die Erwerbstätigen, die sich vorstellen können, ihre aktuelle Tätigkeit bis zum Renteneintrittsalter auszuüben, wurden offen nach den Gründen gefragt. Rund ein Viertel verwies auf eine geringe körperliche Belastung, etwa bei Bürotätigkeiten. 15 % gaben an, dass ihnen ihre Arbeit Freude bereitet und sie diese deshalb langfristig ausüben möchten. Weitere 10 % nannten gute Arbeitsbedingungen oder ein positives Arbeitsklima als ausschlaggebend. "Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen tragen dazu bei, die Arbeitsfähigkeit bis zur Rente zu erhalten", sagt Dr. Annekatrin Wetzstein. "Dazu ist wesentlich, sowohl körperliche als auch psychische Belastungen in den Blick zu nehmen – etwa im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung." 22 Meldungen
23 Meldungen Diese hilft, Risiken am Arbeitsplatz systematisch zu identifizieren und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Auf dieser Basis können Betriebe beispielsweise Arbeitsabläufe überprüfen, Zuständigkeiten klären, Arbeitszeiten anpassen oder die Zusammenarbeit und Führung gezielt weiterentwickeln. → Weitere Informationen Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 – Krisenresilienz: https://publikationen.dguv.de/uebergreifendethemen/4828/dguv-barometer-arbeitswelt2026-krisenresilienz Website zum Welttag der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit unter dem diesjährigen Motto "Sorgen wir für ein gesundes psychosoziales Arbeitsumfeld": https://www.ilo.org/topics-and-sectors/safetyand-health-work/world-day-safety-and-healthwork-2026 DGUV Information "Arbeiten: entspannt – gemeinsam – besser": https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguvinformationen/803/arbeiten-entspannt-gemeinsam-besser?c=58 Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung – DGUV KI im Fokus: Zwischen Entlastung und Technostress Unter dem Motto "Forschung – Praxis - Arbeitswelt" stand am 29. April bei der zweiten KI-Werkstatt in der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) der Dialog zwischen Forschung und betrieblicher Praxis im Mittelpunkt. Nun hat die BAuA einen Tagungsband mit Vorträgen der Veranstaltung veröffentlicht. Die im Tagungsband veröffentlichten Beiträge spiegeln diese Zielsetzung wider. Sie zeigen, dass KI-Systeme Arbeitsprozesse erleichtern können, etwa durch die Unterstützung bei Routinetätigkeiten. Gleichzeitig können neue Belastungen entstehen, z. B. durch steigende Anforderungen oder Unsicherheiten im Umgang mit neuen Technologien. In diesem Zusammenhang wird deutlich, dass Information und Qualifizierung eine zentrale Voraussetzung für Akzeptanz und einen verantwortungsvollen Umgang mit KI sind. Darüber hinaus greifen die Beiträge organisatorische und gesellschaftliche Fragestellungen auf, wie Veränderungen in der Führungskultur, neue Anforderungen an Kompetenzen sowie Fragen des Datenschutzes und der beruflichen Selbstbestimmung. Zudem wird auf neue Belastungsformen wie "Technostress" eingegangen, der durch den Umgang mit digitalen Technologien entstehen kann. Praxisbeispiele aus verschiedenen Anwendungsfeldern zeigen, dass der erfolgreiche Einsatz von KI nicht nur eine technische Herausforderung ist. Vielmehr erfordert er eine ganzheitliche Betrachtung, die auch soziale, ethische und rechtliche Aspekte einbezieht. Der baua: Bericht "2. KI-Werkstatt: Forschung – Praxis – Arbeitswelt" kann als PDF von der Internetseite der BAuA heruntergeladen werden: https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/Gd119 Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
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